Dr. Fabio Longo*), Wet­ten­berg

Wasserkraft – ein starkes öffentliches Interesse

Mit der Klein­wasserkraft ist eine Säule der dezen­tralen Energiewende in Gefahr

Die Kleinwasserkraft ist nach ganz aktueller Rechtsprechung ein „gewichtiges“ bzw. sogar ein „übergeordnetes“ öffentliches Interesse (so das Oberverwaltungsgericht Koblenz in 2017 bzw. der Europäische Gerichtshof in 2016, siehe S. 31).

Dass Gerichte die Wasserkraft immer wieder als Gemeinwohlbelang mit besonderer Bedeutung herausstellen, führt bedauerlicherweise nicht dazu, dass die Wasserkraft – entsprechend ihrer Bedeutung für die Energiewende – auf dem Vormarsch ist. Das Gegenteil ist der Fall. Und das liegt nicht an ihrem energetischen Potenzial, das stärker genutzt werden könnte. Sie hat derzeit allzu oft einen Abwehrkampf zu führen, weil sie von administrativen Hemmnissen belastet ist.

Der Neubau von Wasserkraftanlagen wird dadurch gehemmt, dass die Wasserbehörden nur wenige bestehende Querbauwerke für die Nutzung der Wasserkraft freigeben. Als wäre der stagnierende Neubau nicht schon problematisch genug, kommt immer mehr der Bestand der Kleinwasserkraft in den Fokus der Wasserbehörden. Das hat folgenden Hintergrund: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) soll bis zum Jahr 2027 umgesetzt werden. Bis dahin sollen die Oberflächenwasserkörper (Flüsse und Seen) in den guten ökologischen Zustand versetzt werden.

Dr. Axe­nia Schäfer, Ruppichteroth

Mal am Rad drehen

Bau einer Wasserkraftan­lage mit dem Wis­sen, den Worten, Bildern und tech­nis­chen Zeich­nun­gen von René Hublitz

Im herrlichen Nordhessen, im Schwalm-Eder-Kreis, liegt Niederurff (Lagekarte). Und dort wiederum steht die Obermühle, eine Getreidemühle aus dem 15. Jahrhundert, die 1960 ihre Wasserrechte verliert und schließlich ab 1980 langsam verfällt. Bis Katharina und René ­Hublitz 2009 Gebäude und Grundstück kaufen und mit der Sanierung beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist das ein Hektar große Areal mitsamt den maroden Gebäuden komplett zugemüllt, zugewuchert und – je nach Wasserstand der Urff – überschwemmt.

Georg Zeiler und Bernd Flach, Hagenbüchach

Die Wasserkraftschnecke

Tech­nis­che und ökol­o­gis­che Weit­er­en­twick­lung der Bauart „aqua helica“ durch die Van­dezande aquaTEM GmbH

Die Wasserkraftschnecke, erfunden und patentiert von Karl-August Radlik im Jahre 1992, ist eine grundsätzlich fischfreundliche Turbinentechnik. Jedoch war die anfängliche Bauweise, die von der Hebeschneckentechnik abgeleitet wurde, in vielen Punkten nicht optimal für den Betrieb zur Energieerzeugung konstruiert. Dies musste man anfangs des Öfteren erfahren, da das Betriebsverhalten der Schnecken je nach Standort sehr breit gestreut war. Geräuschemissionen durch Druckschläge im Unterwasserbereich, nicht eingehaltene garantierte Leistungsdaten, sehr begrenzte Durchflussmengen – die sich langsam, aber stetig auch steigerten.

Dieter Ger­stenkorn und Arne Olligschläger, Braunschweig

Ein Wasserrad zur Förderung von Trinkwasser am Fuße des Kilimandscharo in Tansania

1. Das Projekt

In der ländlichen Region um die Touristenstadt Moshi am Kilimandscharo im Norden Tansanias ist in den Jahren 2007 bis 2012 im Rahmen des Projektes „Moshi Rural Water Supply Project“ (MRWSP) von der CES Consulting Engineers Salzgitter GmbH ein öffentliches Trinkwasserversorgungssystem realisiert worden. Das Versorgungsgebiet umfasst dabei sowohl Siedlungen an den südlichen Hängen des Kilimandscharo als auch Siedlungen in den flachen, steppenartigen Niederungen am Fuße des Berges.

Für den ein­wand­freien Betrieb der Seite wer­den Sitzungs-​Cookies auf Ihrem Rech­ner gespe­ichert. Sie wer­den automa­tisch bei Sitzungsende gelöscht. Wenn diese Cook­ies abgelehnt wer­den, funk­tion­iert die Seite eventuell nicht mehr richtig.
Wir set­zen keine Tracking-​Cookies!