Die Qualität der deutschen Winterweichweizenernte 2018

1. Teil: Quantitatives und qualitatives Ergebnis in Bund und Ländern

Alljährlich wird auf der Basis des Agrarstatistikgesetzes (§ 47) im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ (BEE) eine repräsentative Erhebung der wesentlichen Produktionsdaten von Getreide und anderen Feldfrüchten durchgeführt. Neben quantitativen Parametern werden bei den Brotgetreidearten Winterweichweizen und Winterroggen zusätzlich die Qualitätseigenschaften erfasst, die für das Bundesgebiet und auf Länderebene einen Überblick über die jeweilige Qualität der Ernte erlauben. Auf der Grundlage der Bodennutzungshaupterhebung erfolgt die Auswahl der in dieser Erhebung beprobten Felder, die aufgrund ihrer Anzahl eine repräsentative Aussage über Menge und Qualität der Brotgetreideernte des jeweiligen Bundeslandes ermöglichen. Für die Probenahme ist vom Statistischen Bundesamt zusammen mit den Statistischen Landesämtern eine entsprechende Durchführungsverordnung erarbeitet worden. Ein Sachverständigenausschuss von Länderreferenten unter Vorsitz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begleitet sämtliche Arbeiten und Auswertungen zur BEE. Die Qualitätserhebung für Weizen hinsichtlich der Parameter Proteingehalt und -qualität beruht auf ca. 2 000 Mustern aus Probeschnitten und Volldruschen. Zur Bestimmung der Fallzahl und weiterer Parameter dienen ausschließlich Volldruschproben, deren Anzahl in diesem Jahr etwa 64% des gesamten Probenaufkommens ausmacht.

Getreideernten haben stets jahrgangsspezifische Merkmale und Marktbedeutungen. Mit jeder Brotgetreideernte müssen sich Handel, Mühlen und Bäckereien auf neue Mengen- und Qualitätsprofile einstellen. Sowohl der Ertrag als auch die Qualität des Weizens sind das Ergebnis von Sortenwahl, Anbaumaßnahmen und Witterungsverlauf. Letzterer lässt sich, zum besseren Verständnis der Qualitätsergebnisse, wie folgt kurz umreißen:

Die Vegetationsperiode 2017/18 war in weiten Teilen Deutschlands zunächst geprägt von einem zu feuchten Herbst. Vor allem in Norddeutschland waren viele Böden stark durchfeuchtet und nicht befahrbar. Der Winter 2017/18 war in seiner Gesamtbilanz mild, nass und sonnig. Erst im Februar setzte anhaltender Frost ein und ließ die Pflanzenbestände zur Ruhe kommen. Das Frühjahr 2018 war von starken Kontrasten gekennzeichnet. Der März fiel insgesamt zu kalt und meist etwas zu trocken aus. Ab Mitte April wurde es sehr warm mit extremem Niederschlagsmangel. Vor allem im Norden und Osten verschärften sich die Trockenheitsprobleme. Im Juni dominierte im Süden und Westen Deutschlands schwülwarme Luft und verbreitet entluden sich heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel, die lokal für erhebliche Schäden sorgten. Im Norden und Osten herrschte dagegen weiter sehr warmes und sonnenscheinreiches Wetter. Insgesamt zeigte sich während der Vegetationsperiode ein gravierender Wassermangel, sodass die Stickstoffdüngergaben im Frühjahr nicht optimal umgesetzt werden konnten. Die hochsommerlichen Temperaturen führten zu einer schnellen Abreife des Getreides; bereits Mitte Juni setzte die Ernte notreifer Getreidebestände ein. Im langjährigen Vergleich konnte die Weizenernte in diesem Jahr sehr früh, trocken und in kürzester Zeit eingebracht werden. Verfolgt man den Verlauf der Weizenernte anhand der BEE-Druschtermine von 1993 bis 2018, so ist festzustellen, dass in diesem Jahr aufgrund der klimatischen Bedingungen 75% der Weizenernte ca. 9 Tage früher als 2003 (früheste Ernte) und ca. 21 Tage früher als im fünfjährigen Mittel (2013–2017) eingebracht werden konnten.

Ein ausführlicher Bericht über die Ergebnisse der Winterweichweizenqualität ist in Heft 20 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Die Qualität der deutschen Weizenernte 2018

2. Teil: Mahl– und Backqualität von Weizensorten und –partien
in der Bundesrepublik Deutschland

Der nach Bundesländern aufgeschlüsselte Weizenerntebericht des ersten Teiles wird im Folgenden um Ergebnisse aus Mahl- und Backversuchen mit Winter- und Sommerweichweizen ergänzt. Dazu wurden die nach Bedarf und Verfügbarkeit von Mühlen selektierten Brotweizenpartien aus dem Inlandanbau als eingesandte „Mühlenmuster“ untersucht. Der Anspruch auf flächen- und mengenrepräsentative Aussagen besteht in diesem zweiten Teil des Berichtes nicht, da sich die Probenauswahl in Sorte und Menge jeweils aus dem betrieblichen Bedarf der Einsender ergibt. Die vorliegende Erhebung reflektiert die heimische herkunfts- und bedarfsgerechte Ausprägung in der Mahl- und Backqualität der Ernte 2018. Die Qualitätsselektion durch die Einsender bedingt, dass das Niveau dieser Mühlenmuster deutlich über der Qualitätsaussage der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ (BEE) liegt. Das C-Weizensegment wird in diesem Bericht nicht betrachtet, da seine Bedeutung für die Verarbeitung von Brotweizen nachrangig ist und das geringe Probenaufkommen eine repräsentative Aussage nicht zulässt.

Der ausführliche Bericht über die Mahl- und Backqualtät von Weizensorten und -partien der diesjährigen Ernte ist ebenfalls in Heft 20 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Walzenantrieb „Variomill S“ – bewährte Technik für die Praxis

Franz Schmid, Martinsried

Über die Vorteile des neuartigen Walzenantriebssystems „Variomill S“ der Kastenmüller GmbH, Martinsried, wurde in dieser Fachzeitschrift bereits berichtet. Diese innovative Antriebstechnik für Walzenstühle kam in den vergangenen Monaten bereits mehrfach zum Einsatz und hat ihren Praxistest auf hervorragende Art und Weise bestanden. Einige spezielle Eigenschaften des Systems werden von Franz Schmid in Heft 20 von „Mühle + Mischfutter“ gesondert vorgestellt.

Vorstellung der Projektarbeiten
an der Deutschen Müllerschule Braunschweig

am 8. Juni 2018 in Braunschweig

Zum Ende ihrer zweijährigen Ausbildung zum „Staatlich geprüften Techniker“ für Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik an der Deutschen Müllerschule Braunschweig präsentierten die Schüler des Abschlussjahrganges 2018 am 8. Juni ihre in fünf Gruppen erstellten Projektarbeiten.

Die Themen waren diesmal:

– Untersuchung und Optimierung der Betriebsparameter beim Vakuum-Coating von extrudierten Fischfutterpellets

– The Mill Truck – mobile Getreidemühle für besondere Einsätze

– Erstellung eines Konzeptes für die Pressenlinien der Bröring Unternehmensgruppe

– Planung von Getreide- und Mehlsilos

– Planung einer Siloanlage für Getreide und Leguminosen

Die Zusammenfassungen dieser Projektarbeiten ist in der Ausgabe 20 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Käfer im Getreide? Neuer ULV-Nebel hilft!

Getreide und Schädlinge sind zwei eng miteinander verwobene Dinge, über die schon sehr lange diskutiert wird. Mit der Kultivierung der Pflanzen entbrannte der Kampf zwischen Menschen, Nagern und Insekten um die Erträge – zunächst auf dem Ackerland und, nach der Ernte, in den Kornspeichern.

Getreide entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftsgut, das häufig Auslöser von Auseinandersetzungen und Kriegen war. Bis heute ist es ein Indikator für fortschrittlichen Agraranbau und wird – ebenso wie Gold und andere Rohstoffe – an den Börsen gehandelt.

Ratten, Mäuse oder Insekten (z. B. Kornkäfer und Getreidemotten) werden erst dann zu Schädlingen, wenn sie menschliche Belange negativ beeinflussen, also unsere Pflanzungen und Vorräte heimsuchen. Niemand, weder der Müller in seinem Getreide noch der Kunde in seinen Frühstückscerealien, möchte Insekten oder deren Hinterlassenschaften in seinem Produkt vorfinden. Zahlreiche Gesetze und Branchenstandards greifen hier regulierend ein – meist durchaus effektiv, aber zuweilen auch populistisch.

Getreidevorräte sind ein in diesem Zusammenhang bedeutsamer Faktor: Millionen Tonnen Getreide werden vor der eigentlichen Verarbeitung an vielen Orten gelagert, zwischendurch transportiert, gehandelt und an anderen Orten erneut deponiert. Während dieser Zeit besteht die Gefahr der Schädigung der Vorräte durch verschiedenste Schädlingsarten.

Hier soll es nun um die Insekten gehen, die in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien die Vorräte bedrohen. Fraßschäden, Gespinste und Ausscheidungen mindern die Getreidequalität und führen ggf. zu einem wirtschaftlichen Totalverlust.

Der gesamte Beitrag ist in Heft 20 von „Mühle + Mischfutter“ nachzulesen.

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