Mit Sicherheit durch die Betriebskontrolle

Worum geht es?

Bei dem Wort Betriebskontrolle stellen sich bei den meisten Unternehmern und Managern der Führungsetage sofort die Nackenhaare auf. Ist eine Kontrolle konkret angekündigt, kommt eine gewisse Nervosität hinzu. Betrachtet man einerseits das Themenspektrum (Abb. 1) und andererseits die möglichen Konsequenzen einer nicht bestandenen Betriebskontrolle, ist all das nicht ganz unberechtigt.

So wurde beispielsweise einem Nudelhersteller wegen schwerwiegender lebensmittelhygienischer Verstöße die Gewerbeerlaubnis entzogen, das Betriebsgelände geschlossen und versiegelt. In einem anderen Fall wurden Bußgelder verhängt, weil das Unternehmen geforderte Sicherheitseinrichtungen dauerhaft außer Betrieb gesetzt hatte. Diese hatten den Produktionsprozess verlangsamt und alle Abläufe behindert. Heute hat der Betrieb einen seiner Großkunden verloren, denn er konnte die zugesicherte Produktion bzw. Lieferung nicht einhalten – und das nach mehreren Lieferantenaudits.

Diese Fälle haben eines gemeinsam: Bei Betriebskontrollen wurden Pflichtverstöße bzw. Nachlässigkeiten festgestellt und daraufhin Auflagen erteilt, die das Unternehmen nicht erfüllt hat.

Mehr zu diesem Thema ist von Martin Strohmeyer und Sven Noczynski aus Magdeburg in Heft 16 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Digitalisierung – neue Möglichkeiten für die Optimierung bei Proteinverschiebungsanlagen

Barbara Kästl, Augsburg

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und dem damit verbundenen steigenden Proteinbedarf weltweit gibt es einen Trend hin zum pflanzlichen Protein und damit zur Nachfrage nach Spezialmehlen. Für die Müllereibranche birgt dies neue Möglichkeiten. Im Zusammenhang mit Entwicklungen der Industrie 4.0 präsentieren Maschinenbauer wie die Hosokawa Alpine AG, Augsburg, hochwertige und intelligente Steuerungssysteme für Produktionsanlagen.

In dem speziellen Proteinverschiebungsverfahren von Hosokawa Alpine werden klassische Mehle aus Weizen, aber auch aus Hülsenfrüchten durch Vermahlung und Sichtung in zwei Bestandteile getrennt: eine stärkereiche und eine proteinreiche Fraktion.

Der ausführliche Beitrag von Barbara Kästl aus Augsburg ist in der Ausgabe 16 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Von der Simulation bis zum digitalen Zwilling – Gewinn an Prozess- und Entscheidungssicherheit

Prof. Dr.-Ing. Matthias Weiß, Hannover

Ausgangssituation und Motivation

Einerseits ist das verarbeitende Gewerbe in der gesamten Supply Chain der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft geprägt von einem hohen Anteil kleiner und mittelständischer Betriebe. Der unternehmerische Erfolg wird gesichert durch traditionelles, oft ausgesprochen personengebundenes Wissen über die für diese Branche so wesentlichen Wechselwirkungen von Natur und Technik. Genauer gesagt: über die Interaktion von stochastischen Parameterschwankungen der zu verarbeitenden natürlichen Rohstoffe mit den auf Automatisierung ausgerichteten Produktionstechnologien.

Andererseits erfordern verschärfter Wettbewerb, mediengetriebene Verbraucher­erwartungen und politische Vorgaben immense Steigerungen von Effizienz, Produktsicherheit und Prozesstransparenz.

In diesem Kontext wird die Notwendigkeit, aber gleichermaßen auch die ausgesprochen zögerliche Durchdringung mit den Methoden der digitalen Transformation gesehen. Bremsend wirkt, dass eine Übertragung erfolgreicher Industrie-4.0-Lösungen regelmäßig dann scheitert, wenn weder die engagiert vorgehenden Erfahrungsträger aus den Non-Food-Bereichen über das unverzichtbare und überaus vielgestaltige technologische Wissen zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (z. B. Rheologie, Lebensmit­telchemie, Mikrobiologie) verfügen noch die Adressaten ihre Anfor­derungen repro­duzierbar beschreiben können. Als Kernstück und Bindeglied fehlt im Allgemeinen ein geeignetes und instrumentali­sierungsfähiges Prozessmodell. Der Nutzen einer oft aufwendigen Modellierung ist durch eine wesentlich erhöhte Entscheidungs- und Prozesssicherheit und deren relevante wirtschaftliche Auswirkungen gegeben. Die Arbeit mit den Modellen erfolgt üblicherweise als Simulation bis hin zum Einsatz als digitale Zwillinge.

Mehr zu dem Thema des digitalen Zwillings ist in Heft 16 der Fachzeitschrift „Mühle + Mischfutter“ nachzulesen.

IFF-Forum Industrie 4.0

am 23. Mai 2019 in Braunschweig-​Thune

Nach dem erfolgreichen IFF-Workshop „Das smarte Mischfutterwerk“ im Vorjahr erfolgte im diesjährigen IFF-Forum der nächste Schritt in Richtung digitale Vernetzung.

Die unter dem Begriff Industrie 4.0 weiter voranschreitende Veränderung von Produktionsabläufen und Geschäftsmodellen auf sämtlichen nationalen und internationalen Märkten fordert auch uns dazu auf, sich folgenden Fragen zu stellen:

– Wie wird die Produktion von morgen aussehen?

– Wie erfolgt zukünftig die Kommunikation mit Zulieferern und dem Maschinen- und Anlagenbau?

– Welche Möglichkeiten gibt es schon heute, um das Szenario der digitalen Vernetzung einmal durchzuspielen?

– Mit welchen Werkzeugen und Herausforderungen werden die Mitarbeiter womöglich in Zukunft umgehen müssen?

– Welche Vor- und Nachteile bringt diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung mit sich?

Diese und weitere Fragen wurden (u. a. anhand von Beispielen aus anderen Branchen) während des diesjährigen Forums beleuchtet und diskutiert. Der ausführliche Bericht ist in Heft 16 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Individualisierung unter Aspekten der Lebensmittelindustrie 4.0

M. Sc. Alexander Meyer, Lemgo

Neben der Auffassung als Gestaltungsprinzipien kann Industrie 4.0 als Sammelbegriff für Technologien angesehen werden, die einen Mehrwert für zukünftige Herstellungsprozesse im Vergleich zu den bisher eingesetzten erwarten lassen. Gleichzeitig beinhaltet der Begriff auch einen strategischen Charakter, da technologische und methodische Lösungen für jedes Unternehmen die Zukunftsfähigkeit verbessern sollen.

Das Ziel, die eigenen Produkte individualisierbar zu gestalten, war bereits lange vor dem Aufkommen von Industrie 4.0 aktuell, vor allem deshalb, um aus Unternehmersicht durch Diversifikation zukunftssicherer agieren zu können. Jedoch wird erst durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte eine breitere Umsetzbarkeit ermöglicht. Ein gängiges Beispiel dafür sind Unternehmen, auf deren Webseiten sich Produkte bestellen, jedoch innerhalb fester Vorgaben wunschgemäß anpassen lassen. Vorreiter stellt dabei seit geraumer Zeit die Autoherstellung dar. Der fertigungstechnische Charakter und die Stückgüter definierter Maße basieren auf Standardisierungen, welche ein breites Repertoire an Individualisierbarkeit vorhalten lassen. Weitere Beispiele sind Parfüm oder Schuhe, wodurch auch klar wird, dass diese Güter überwiegend der Fertigungsindustrie entstammen und deutliche Unterschiede zur industriellen Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln bestehen.Der komplette Beitrag ist in der Ausgabe 16 dieser Fachzeitschrift zu finden.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok