Rückverfolgbarkeit, Verbraucherschutz und Qualitätssicherung

Sven Noczynski, Magdeburg

Worum geht es?

Jeder kennt Rückrufaktionen aus der Automobilindustrie und dem Lebensmittelbereich. Rückrufe sind für die Hersteller kostenintensiv und verunsichern Kunden. Obwohl Rückrufaktionen Vertrauen beim Abnehmer kosten, erfüllen sie einen wichtigen Zweck: Sie bewahren den Kunden bzw. Verbraucher vor Schäden und begrenzen Haftungsansprüche gegen den Hersteller.

Verglichen mit den gewaltigen und teilweise auch nachhaltigen Auswirkungen aus den großen Lebensmittelskandalen, wie 1999 dem Dioxin- und 2000 dem BSE-Skandal, werden die Folgen des Inverkehrbringens schadhafter Produkte heutzutage erheblich reduziert und eingedämmt.

Basis dieser Verbesserung sind Qualitätssicherungssysteme, die sich mittlerweile breit etabliert haben. Dies liegt daran, dass

a) die Anwendung von Qualitätssicherungssystemen vom Gesetzgeber gefordert wird

b) deren Existenz und Anwendbarkeit behördlich überprüft wird und

c) praktikable Methoden zu ihrer Umsetzung verfügbar sind.

Bezogen auf Nahrungsmittel, wurde mit dem aktuellen Lebensmittelrecht ein Handlungsrahmen geschaffen, der den Unternehmen ermöglicht, eine sichere Produktion und Logistik zu organisieren und damit risikoarme Waren herzustellen, zu verkaufen und Wertschöpfung zu generieren.

Der Beitrag in Heft 12 von „Mühle + Mischfutter“ beschreibt die Rückverfolgung als einen Baustein des geforderten Qualitätssicherungssystems. Er fasst wesentliche Aspekte übersichtlich und verständlich zusammen und skizziert einen Leitfaden zu ihrer Umsetzung. Er richtet sich vor allem an die zuständigen Stellen im Unternehmen: zum einen an die Geschäftsführung als juristisch verantwortliche Position, zum anderen an die Werksleitung, Qualitätssicherung, Logistik und Instandhaltung sowie an die für Durchführung, Dokumentation und Überwachung verantwortlichen Positionen.

Über den Zusammenhang zwischen Hektolitergewicht und
anderen Qualitätsparametern beim Winterweichweizen

Dr.-Ing. Alexandra Hüsken, Detmold

Das Hektolitergewicht (hl-Gewicht) ist definiert als das Gewicht von 100 Litern Getreide (DIN EN ISO 7971-3:2017) [1] und wird in Kilogramm pro Hektoliter (kg/hl) angegeben. Die Höhe des hl-Gewichtes wird von vielen sich überschneidenden Faktoren beeinflusst, die mit der inneren Struktur der Getreidekörner, ihrer Gestalt, Größe und Oberflächenbeschaffenheit, aber auch mit ihrem Wassergehalt sowie der Art und Menge des Besatzes zusammenhängen [2]. Das hl-Gewicht erniedrigt sich durch erhöhte Kornfeuchte, mehrmalige Quellung des Kornes, früh lagerndes Getreide, große und lange Körner, hohen Schalenanteil, mehlig-weiche Körner, Schmachtkorn, Bruchkorn, Schädlingsfraß, Auswuchs und leichten Besatz (z. B. Stroh, Spreu); es erhöht sich durch geringe Kornfeuchte, Reinigung des Getreides (Entfernung von Strohanteilen), schweren Besatz (z. B. Sand, Steine), kleine und runde Körner, dünne Schale, glasig-harte Körner bzw. gesunde Körner ohne Kornbruch.

Es wird angenommen, dass die Bestimmung des hl-Gewichtes von Getreide bereits im 17. oder 18. Jahrhundert durchgeführt wurde und britischen Ursprunges ist. Daten zur Ermittlung dieses Gewichtswertes wurden erstmals 1858 in den USA veröffentlicht und die Chicago Board of Trade (CBOT) übernahm 1859 das hl-Gewicht erstmals als Maßeinheit für Sommerweizen [3]. Mittlerweile zählt es zu den am weitesten verbreiteten Parametern zur Bestimmung des Preisniveaus einer Getreidepartie. Alle im nationalen und internationalen Getreidehandel verwendeten Standards enthalten das hl-Gewicht, da die Analyse einfach, schnell und kostengünstig durchgeführt werden kann. An den deutschen Produktbörsen gilt für Winterweichweizen der folgende Qualitätsstandard: B- und A-Weizen: ≥76 kg/hl; E-Weizen: ≥78 kg/hl. Weicht das hl-Gewicht vom Mindestwert ab, werden Zu- oder Abschläge beim Auszahlungspreis vorgenommen.
Ein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema ist in der Ausgabe dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Mykotoxin-Risikobewertung: Die ganze Geschichte

Yong Wee Liau, Singapur

Die Forschungsergebnisse sind eindeutig: Lebens- und Futtermittelhersteller müssen die synergistischen Effekte eines multiplen Mykotoxin-Vorkommens berücksichtigen. Doch wie lässt sich erreichen, dass eine Probe all ihre Geheimnisse preisgibt? Das LC/MS-MS-Verfahren zur Bestimmung mehrerer Mykotoxine hat sich bereits als vielversprechend erwiesen.

Es existieren etwa 400 Verbindungen mit niedrigem Molekulargewicht, die als Mykotoxine eingestuft werden und jeweils eigene spezifische toxische Wirkungen auf Mensch und Tier haben. Nationale und internationale Vorschriften und Empfehlungen decken jedoch i. d. R. nur einen kleinen Teil der Mykotoxine ab: die Aflatoxine B1, B2, G1, G2 und M1; die Fumonisine B1, B2 und B3; Ochratoxin A, Deoxynivalenol, Zearalenon sowie HT-2- und T-2-Toxin. Diese Mykotoxine sind gut erforscht und werden in der verfügbaren Forschungsliteratur häufig behandelt.

Was aber ist über die anderen, nicht regulierten Mykotoxine in einer konkreten Probe bekannt? Welche verborgenen Risiken sind mit dem gemeinsamen Vorkommen dieser Mykotoxine verbunden? Wie lässt sich herausfinden, was in einer Probe wirklich steckt? In diesem Beitrag in Heft 12 dieser Fachzeitschrift wird näher auf die nicht regulierten Mykotoxine eingegangen. Außerdem werden die Auswirkungen des multiplen Mykotoxin-Vorkommens diskutiert; zudem wird ein Verfahren zur Analyse von Getreide- und Futterproben auf das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Mykotoxine vorgestellt.

Neue Schnellmethode von Chopin
zur Fallzahlermittlung

Ulf Juri Schade, Weiler bei Bingen

Seit den frühen 1920er-Jahren beschäftigt sich die Firma Chopin Technologies aus Frankreich mit Themen der Rheologie in der Backwarenindustrie. Zu Beginn stand der „Alveograph“. Dieser analysiert die viskoelastischen Eigenschaften des Teiges bezüglich der Wasseraufnahme (WA), Stabilität (P), Flexibilität (L), Elastizität (I.e.) und Teigenergie (W). Dies waren die Anfänge einer Erfolgsgeschichte, die sich jetzt bereits auf über knapp 100 Jahre erstreckt. Zu weiteren Lösungen aus dem Hause Chopin gehören der „Mixolab2“, der SRC, der „SDmatic“ und der „Alveograph“ – nun bereits in der fünften Generation.

Mehr dazu ist in Heft 12 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

Effiziente Produktion durch komplexe, automatisierte Probenahmesysteme

Christoph Lehmann, Quedlinburg

1. Die Effizienz: Kosten-​Nutzen-​Relation und rationeller Umgang mit knappen Ressourcen

In allen Bereichen der Industrie und Landwirtschaft kommt es auf eine immer größere Effizienz der angewendeten Verfahren an – um wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen und die knapper werdenden Ressourcen besser verwerten zu können.

So waren früher bei der Fertigung von Teilen vor allem die guten handwerklichen Fertigkeiten des Arbeiters entscheidend – allerdings verbunden mit allen menschlich verursachten Fehlern. Durch die ständig voranschreitende Automatisierung wird eine effektive Produktion heute dank modernster, CNC-gesteuerter Maschinen mit weniger Ausschuss, in höherer Qualität und zu niedrigeren Kosten erfolgreich realisiert – und die Entwicklung geht ständig weiter. Die Geräte erfordern aufgrund ihrer aufwendigeren Konstruktionen zwar höhere Investitionen, die sich aber über die Nutzungsdauer viel besser und vor allem schneller amortisieren als billigere Maschinen. Gleiches gilt für alle Bereiche der Wirtschaft, auch im Handel und bei der Verarbeitung landwirtschaftlich erzeugter pflanzlicher Produkte.

Dementsprechend stand bei der Entwicklung der Probenehmer-Baureihe „Inoget Luchs“ der Inoget Christoph Lehmann GmbH, Quedlinburg, von Beginn an die hohe Effizienz für den Betreiber über den gesamten und möglichst langen Nutzungszeitraum im Vordergrund.

Der komplette Beitrag ist in Heft 12 dieser Fachzeitschrift nachzulesen.

 

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